Dino

Unser Notfall -- Dino

Dino ist schon so lange im Tierheim, warum klappte es bisher nicht mit der Vermittlung?? Zum einen, weil Dino kein junger Hund mehr ist. Fuer die meisten Menschen gehoert er schon zum alten Eisen und eine Uebernahme wird von vorneherein erst gar nicht in Erwaegung gezogen. Das ist so unfair, denn Dino ist immer noch ein ausdauernder Gassigeher und hat zudem viele gute Eigenschaften, die nur die aelteren Hunde haben!! Dino braucht nicht pausenlos beschaeftigt werden, im Gegenteil, er wird die Ruhe und Gemuetlichkeit einer Wohnung geniessen und sich tadellos zuhause benehmen. Im Auto mitfahren, alleinebleiben, Stubenreinheit und all die anderen elementaren Dinge des Zusammenlebens sind ein Klacks fuer Dino! Das groessere Problem fuer Dino´s Vermittlung liegt aber darin, dass er einfach nicht fuer jeden Halter geeignet ist. Es gibt Dinge, auf die man sich einstellen muss, wenn man Dino zu sich nimmt, und dazu ist kaum noch jemand bereit. Vermutlich aufgrund seiner Vorerfahrung ist Dino distanziert zu Fremden, was in der Praxis bedeutet, dass fremde Menschen ihn nicht ungefragt anfassen sollen. Um das ganz klar zustellen: Dino ist zwar zuhause wachsam, aber kein aggressiver Hund. Beim Gassigehen geht er an allen Menschen kommentarlos vorbei und man kann ihn daher gut ueberall mit hin nehmen. Aber wegen der vielen Menschen, die einen Hund unbedingt anfassen und streicheln wollen und sich damit aus Sicht eines Hundes schlicht uebergriffig benehmen, muss eben Dino´s Besitzer dafuer Sorge tragen, dass die Distanz zum Hund gewahrt bleibt. Dino braucht laenger, um Vertrauen in neue Menschen zu bekommen, hat er das aber erst mal, ist er der beste Freund, den man haben kann! Aehnlich distanziert verhaelt sich Dino auch zu Artgenossen. Im Tierheim kommt er im Auslauf mit den meisten Hunden zurecht, denn er geht ihnen einfach aus dem Weg. Man merkt Dino an, dass er in seinem frueheren Leben nicht viel Gelegenheit hatte, einen souveraenen Umgang mit seinesgleichen zu lernen und so reagiert er bei aufdringlichen Hunden schnell ueberfordert. Es gibt nur wenige Hunde, denen er vertraut und mit denen er wirklich gerne umgeht. Um diese Unsicherheit zu kaschieren, hat Dino sich ueber die Jahre das unschoene Leinenstaenkern angewoehnt, mit dem er die andern auf Abstand haelt. Die Begegnung an der Leine ist genau die gleiche wie an der Kette, wenn ein Artgenosse vorbei kommt: Dino´s Stresspegel steigt, denn er kann nicht weg aus der Situation. Welches Zuhause waere also geeignet fuer Dino? Am ehesten ein Singlehaushalt, weil mehrere Personen eines Haushalts zwangslaeufig immer in verschiedener Weise mit einem Hund umgehen und das zu Verunsicherung aller Beteiligten fuehrt. Ausserdem ist es in einem Ein- Personen- Haushalt in der Regel ruhiger und das Leben dadurch beschaulicher, das wuerde Dino besonders schaetzen nach all den Jahren, in denen er immer irgendwie zurecht kommen musste und seelisch dabei auf der Strecke blieb. Das Sahnehaeubchen eines Traumzuhauses waere eine weibliche Bezugsperson, die ihn mit kleinen Tricks und Spielen zu beschaeftigen weiss. Seine Gassigeherin, die sich so oft wie moeglich um Dino kuemmert, kennt seine Vorlieben und man sieht den Rueden jedesmal regelrecht aufbluehen, wenn er mit seiner Bezugsperson zusammen Spass hat! Desweiteren ist Dino eher ein Einzelhund. Wie oben beschrieben, kaeme er zwar mit einem anderen Hund zurecht, aber einfacher ist fuer ihn das Leben ohne einen Artgenossen. Es scheint uebrigens so, als waeren Katzen kein grosses Problem fuer Dino. Voraussetzung fuer ein gutes Miteinander der Vierbeiner ist in jedem Fall aber eine funktionierende und harmonische Beziehung zum Zweibeiner. Das wichtigste im neuen Zuhause ist aber ein engagierter Besitzer, der Dino so liebt, wie er ist. Ein Besitzer, der an den Dingen arbeitet, wo es moeglich ist und Unabaenderliches akzeptiert. Jemand, der nicht nur einfach einen Hund sucht, sondern aus Ueberzeugung Dino zu sich holt, weil er damit eine Hundeseele gleucklich machen kann. In Anbetracht der Tatsache, dass Dino schon so lange im Tierheim ausharren muss und er gut alleine bleiben kann, waere es auch kein Hindernis, wenn sein neuer Mensch vollzeit berufstaetig ist. Vorausgesetzt, dass der Hund ansonsten auf seine Kosten kommt, ist ein neues Zuhause mit 9 Stunden Besitzerabwesenheit tausendmal besser als Tierheim rund um die Uhr fuer den Rest seines Lebens!