Verwilderte Katzen gehören mittlerweile in vielen Gemeinden zum Alltag. Sie leben oft unbemerkt auf Grundstücken, in Scheunen, Industriegebieten oder an Futterstellen. Sichtbar wird das Problem häufig erst, wenn die Tiere krank sind oder plötzlich mehrere Katzen und Kitten auftauchen.
Doch wer trägt eigentlich Verantwortung?
🐾 Verantwortung beginnt bei den Menschen
Wer seine Katze unkastriert nach draußen lässt, riskiert ungewollten Nachwuchs. Und wer regelmäßig verwilderte Katzen füttert, sollte sich bewusst sein: Füttern allein reicht nicht.
Ein gutes Futterangebot verhindert die Vermehrung nicht – im Gegenteil. Unkastrierte Katzen bekommen immer wieder Nachwuchs und die Population kann innerhalb kurzer Zeit stark anwachsen.
Deshalb gehört zur Versorgung einer Streunerkatze auch die Kastration.
🏛️ Auch Gemeinden und zuständige Behörden sind gefragt
Die Verantwortung für das Streunerkatzenproblem darf jedoch nicht allein auf Tierheime und private Tierschützer abgewälzt werden.
Auch Städte und Gemeinden sowie die zuständigen Behörden haben eine wichtige Aufgabe.
Für Fundtiere besteht eine kommunale Zuständigkeit. Eine aktuelle rechtliche Klarstellung aus dem Jahr 2026 stellt ausdrücklich heraus, dass auch verwilderte freilebende Katzen als Fundtiere behandelt werden können. Nach Ablieferung bei der zuständigen Fundbehörde ist die Kommune des Fundortes für die Verwahrung zuständig – einschließlich notwendiger tierärztlicher Versorgung und Unterbringung, wenn diese durch die Behörde veranlasst wird.
Darüber hinaus können Kommunen unter bestimmten Voraussetzungen Katzenschutzverordnungen erlassen. Diese können beispielsweise eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für freilaufende Katzen vorsehen.
👉 Hier wünschen wir uns mehr Unterstützung und ein gemeinsames Vorgehen.
Denn das Problem lässt sich nicht lösen, indem immer mehr Katzen beim Tierheim abgegeben werden.
🏠 Warum Streunerkatzen nicht einfach ins Tierheim gehören
Eine erwachsene verwilderte Katze ist kein gewöhnlicher Stubentiger. Sie ist draußen geboren und an ein Leben ohne Menschen gewöhnt. Eine Unterbringung im Tierheim bedeutet für solche Tiere erheblichen Stress. Sie werden in der Regel nicht nachträglich zahm und sind deshalb auch nicht vermittelbar.
Auch bei Kitten ist schnelles Handeln entscheidend. Sind sie bereits etwa acht Wochen alt, ist eine Gewöhnung an den Menschen häufig nur noch mit sehr intensivem Einsatz möglich.
❤️ Was wir als Tierheim tun können
Wir unterstützen Menschen, die sich um eine Streunerkatzenpopulation kümmern, so weit es unsere Möglichkeiten zulassen:
🐾 Wir verleihen Lebendfallen.
🐾 Wir nehmen Katzen für die Kastration und einige Tage danach auf.
🐾 Wir übernehmen im Rahmen unserer Möglichkeiten die Tierarztkosten.
🐾 Kranke Streunerkatzen werden tierärztlich versorgt.
Aber auch wir haben Grenzen:
❌ Wir stellen keine Fallen auf.
❌ Wir holen keine Katzen ab.
❌ Wir können Streunerkatzen nicht dauerhaft aufnehmen.
Nach der Kastration müssen die Tiere grundsätzlich wieder an ihren vertrauten Ort zurück – denn dort ist ihr Zuhause.
🚨 STREUNERKATZE GEFUNDEN – WAS JETZT?
Bitte nicht einfach einfangen und beim Tierheim vor die Tür setzen!
🐱 Einzelne Katze gefunden?
Fund der zuständigen Gemeinde/Stadt bzw. dem Ordnungsamt melden. Die Gemeinde ist als Fundbehörde zuständig und kann mitteilen, welches Tierheim für Fundtiere zuständig ist.
🐱 Mehrere verwilderte Katzen oder eine Futterstelle entdeckt?
Gemeinde/Ordnungsamt und örtliches Tierheim bzw. Tierschutzverein kontaktieren. Gemeinsam muss eine Lösung gefunden werden – vor allem durch Kastration.
❤️ Wichtig: Nicht wegschauen, aber auch nicht einfach die Verantwortung beim Tierheim abladen. Streunerkatzen können nur gemeinsam von Bürgern, Tierheimen, Tierschutz und den zuständigen Kommunen nachhaltig versorgt werden.
🤝 Nur gemeinsam funktioniert es
Streunerkatzen sind kein Problem, das Tierheime alleine lösen können.
Katzenhalter, Menschen an Futterstellen, Tierheime, Tierschutzvereine, Gemeinden und zuständige Behörden müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Unser Ziel sollte nicht sein, immer mehr Katzen einzufangen und irgendwo unterzubringen.
Unser Ziel muss sein, dass gar nicht erst immer mehr Streunerkatzen geboren werden.
👉 Deshalb: kastrieren – kennzeichnen – registrieren – Populationen kontrolliert versorgen – und gemeinsam Verantwortung übernehmen.